Mein erster Beitrag

Nissan bringt das Auto zum Leuchten

Ein Speziallack, den ein britischer Forscher nach einer geheimen Formel entwickelt hat, lässt einen Nissan Leaf bei Nacht erstrahlen. Die Technik könnte langfristig im Alltag sehr nützlich sein.

n wahrlich leuchtendes Beispiel für Innovationsfreude liefern in diesen Tagen der japanische Autobauer Nissan und der britische Erfinder Hamish Scott. Gemeinsam haben sie einen elektrisch betriebenen Nissan Leaf vorgestellt, dessen Außenhaut nach Einbruch der Dunkelheit acht bis zehn Stunden stimmungsvoll und – je nach Umgebungslicht – unterschiedlich intensiv leuchtet.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein leuchtendes Auto wäre auf dunklen Nebenstraßen ebenso leichter auszumachen wie auf einem großen, unbeleuchteten Parkplatz.

Die nach einer von Scott streng gehüteten Formel zusammengestellte Farbe speichert tagsüber die UV-Strahlung der Sonne, um sie dann ähnlich wie eine Solarlampe für den Garten nach Sonnenuntergang freizusetzen. Der “Starpath” genannte Zauberlack besteht ausschließlich aus organischen Materialien. Laut Scott lässt er sich auf allen festen Unterlagen wie Asphalt, Beton oder Holz auftragen.

Noch vor dem Nissan-Projekt hatte der Tüftler als erste Testanwendung in nur vier Stunden einen Fahrradweg im Christ’s Pieces Park von Cambridge mit dem rutschfesten und wasserabweisenden Zauberstoff belegt.

Interessant für die Tuningbranche

Bei Nacht sorgt die dreischichtige Auflage auf 140 Meter Länge für eine fluoreszierend blaue Illuminierung. Scott propagiert seine Erfindung als energiearme und billigere Alternative zu Straßenlaternen, deren Stromkosten finanzgebeutelte Kommunen zusätzlich belasten.

Im Automobilbereich geht es dagegen weniger um Kosten denn um Sicherheit und eine coole Optik. Eine Großserienfertigung schließt Nissan – offenbar vor allem aus Kostengründen – allerdings noch aus; obwohl die Lebensdauer des Lacks mit 25 Jahren die des Autos weit übersteigen würde.

Doch auch die Frage, wie der strenge deutsche TÜV auf solche Lichtspiele reagieren würde, wäre zuvor noch zu klären. Das jetzt vorgestellte Unikat sende daher auch vielmehr die Botschaft aus, dass immer mehr Häuslebesitzer ihren Leaf mit einer am eigenen Haus oder am Carport installierten Solaranlage aufladen. 89 Prozent aller Leaf-Besitzer tun dies über Nacht, sagt Nissan. Produzierten sie dann noch tagsüber hauseigenen Solarstrom, wäre das Nachladen dank der Vergütungen für ins öffentliche Netz eingespeisten Solarstrom kostenlos.

Hamish Scott sollte dennoch einmal mit der einschlägigen Tuningbranche reden: Denn abseits aller sicherheitsfördernden Aspekte des Leuchtlacks ist er auch optisch ein echter Nachtschwärmer.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>